Dunkle Halunken or Dodger

Dunkle Halunken - Terry Pratchett Dodger - Terry Pratchett

by Terry Pratchett

 

Disclaimer: I read this book in German so the English review comes first and after Matt Smith the Dodger cover art model comes the German one.

Für die deutschsprachigen Leser, einfach ein wenig weiter nach unten scrollen und ihr bekommt den deutschen Text.

 

Great Expectations lead all to often to discontent, or why I couldn't  love this books as much as I hoped to.

 

Normally, if someone asked me, how the newest Pratchett was, I would close my eyes for a moment, and open them again with a bright smile and answer with great satisfaction in my voice: „Great, it's Pratchett...“

There after, I would try hard to find some words that don't sound like a 18 year old fan girl and stay away, as far as I could, from a bunch of animated pictures to express my excitement. I would helplessly try to convey my love for this book, tell about some of the most beloved parts and hope to reach someone who is not yet in love with Pratchett, to get him to read one of his books. 

 

But this book doesn't give me any of it. It is plain and simple not as good. It has to many weaknesses. This could be because it is not a Discworld Novel. It could be, but I have no problem at all with a book playing in Victorian England and Pratchett has showed before that he is capable to write books for kids and young adults like „Nation“, „Maurice“ and the Tiffany Aching Books, which are great reads for adults and give joy and some place for deeper thoughts. 

 

With „Dodger“ Pratchett missed by a mile, even if I thought it was a chance of one in a Million.
There is the main character, Dodger, a 17 year old back-alley boy, he is a thief and a tosher, with thoughts in his head more appropriate for a 12 year old. Mr. Gecko, who read the book before me was nosy and asked me about it, as fast as I closed the book. 
Mr. Gecko: „Tell me, how old is Dodger?“
Me: „Pratchett says he is 17, but I think he is a twelve year old Gary Stu.“

There was something right upfront, that didn't match up. There were this jumps the story made. From one point to another sometimes without as much as a line break. I thought I had overlooked something, went back, read it again. No, not my fault. It was there in the text. A lot of jumps that made me wonder if I was really such an unconcentrated reader. It felt so awkward. 

There are a lot of prominent or for the non English reader, semi-prominent characters who run through this book. Charles Dickens, Ada Lovelace, Mr. Mayhew,  Benjamin Disraeli and Angela Burdett-Coutts... and if you asked yourself at the beginning, why this characters are so bleak, you got the answer in Terry Pratchett's own words, at the end. He wrote that he was very careful with this people, trying only to let them say stuff they really might have said. There is the reason for the boring, pale characters. 
Mr. Pratchett, I've expected more bravery from you and not a 100% historically exact novel. It is really sad. I made, reading a Dickens Novel, often comparisons with Pratchett's characterization. Now it could have been as good, but it wasn't. 

 

Only Robert Peel, founder of the London Metropolitan-Police, made a difference. He was, apart from the clothing faux-pas, so much like Sam Vimes is, if he has a cameo in another novel. So Dodger got his little „William de Word“ moment and I could laugh for once. Humour was a rare feature in this book, there was Peel and Sweeney Todd. “Waily-Waily!”  

 

All in all this Book was mediocre at best, and the half-star extra is only there, because I rated a lot of Terry Pratchett's books with three stars. This book is not as bad as  „Strata“ or „ The Colours of Magic“. Maybe it was just that, I hat great expectations and had to stumble over them...

Matt Smith posing as Dodger

 

German version:

 

Große Erwartungen führen leider oft zu Unzufriedenheit oder warum ich dieses Buch leider nicht so mochte wie ich es mir erhofft hatte.

 

Für gewöhnlich würde ich, wenn mich jemand fragt, wie der neue Pratchett war, kurz die Augen schließen und sie dann mit einem breiten Lächeln und großer Zufriedenheit in der Stimme antworten „Großartig, es ist ein Pratchett...“

Danach würde ich um Worte ringen, die nicht all zu sehr nach einem 18jährigen Fangirl klingen und mich so weit es geht von animierten Bildern und so fernhalten. Ich würde meine Liebe hilflos versuchen in Worte zu fassen und ein paar Lieblingsstellen aufgreifen in der Hoffnung irgend wen zu finden der Pratchett noch nicht liebt und ihn zum Lesen animieren.

 

Leider gibt das dieses Buch nicht her. Es ist einfach und schnörkellos nicht so gut. Es hat in meinem Augen zu viele und zu große Schwächen. Das könnte daran liegen, das es kein Scheibenwelt-Roman ist. Könnte es, aber ich habe überhaupt nichts gegen einen Roman der in viktorianischer Zeit spielt, und Pratchett hat zuvor mit „Eine Insel“, „Maurice“ und auch den Tiffany Weh Romanen bewiesen, dass er jemand ist der Jugend und Kinderbücher schreiben kann, die sehr gut für Erwachsene lesbar sind und sowohl Freude als auch tiefe Gedanken bereiten.

 

Mit „Dunkle Halunken“ lag er bei mir damit leider völlig daneben, auch wenn ich dachte dies wäre eine Chance von eins zu einer Million.

Da ist zum einen Dodger, der als 17jähriger Gassenjunge, als Dieb, als Tosher denkt wie ein viel jüngeres Kind. Mr. Gecko, der das Buch vor mir las, war ziemlich neugierig und fragte mich das kurz nachdem ich das Buch zugeschlagen hatte.

Mr. Gecko: “Wie alt ist Dodger“

Ich: “Pratchett sagt er ist siebzehn, aber ich denke er ist zwölf und ein Gary Stu, er kann einfach alles.“

Da passte etwas nicht zusammen und das ist an vielen Stellen des Romans so. Zum Beispiel macht die Geschichte seltsame Sprünge. Ich hatte oft das Gefühl etwas überlesen zu haben, weil sich die Szenerie von einem Moment auf den nächsten plötzlich änderte und ich nicht mitbekommen hatte wie das passiert ist. Zurück zu blättern half da wenig, es lag nicht an mir, sondern war wirklich so geschrieben. Das war seltsam.

 

Da sind die vielen Prominenten, oder halb-prominenten Charaktere, die durch diesen historischen Roman laufen. Charles Dickens, Ada Lovelace, Mr. Mayhew, Benjamin Disraeli und Angela Burdett-Coutts... und wer sich am Anfang wundert, warum diese Figuren so blass sind, der bekommt die Antwort von Pratchett selbst in seinem Nachwort. Hier schreibt er, das er sehr vorsichtig versucht hat sie Dinge sagen und tun zu lassen, die sie auch wirklich hätten sagen können. Da muss ich mich dann nicht mehr wundern, warum sie so langweilig waren.

Mr. Pratchett ich erwarte von ihnen ein wenig mehr Mut und sicherlich keinen hundertprozentig akkuraten historischen Roman. Es ist wirklich schade, denn ich habe selbst hin und wieder die Charaktere in Dickens Romanen mit Charakteren aus der Scheibenwelt verglichen. Es hätte so gut sein können, aber leider war es das nicht.

 

Einzig Robert Peel, Chef der Londoner Metropolitan-Police bildete hier für mich eine Ausnahme. Der war abgesehen von dem kleidungstechnischen Fauxpas, so wie Sam Mumm ist, wenn er in einem Roman kurz auftritt. Und so hatte Dodger einen kleinen „William de Worde“ Moment und ich durfte ausnahmsweise einmal herzhaft lachen.Mit Humor war es nämlich recht wenig in diesem Roman. Da war Peel und da war Sweeney Todd. „Oh weh, oh weh...“

 

Alles in allem war das Buch leider nur durchschnittlich, einen halben Stern extra bekommtes, weil ich einige von Prachetts frühen Werken ebenso neutral bewertet habe und nein, es ist nicht so schlecht wie „Strata“ oder „Die Farben der Magie“. Es mag sein das ich wirklich nur zu große Erwartungen hatte und deshalb enttäuscht werden musste.