In der Bibliothek: Erzählungen - Antal Szerb In dieser Sammlung von Kurzgeschichten des ungarischen Autors Antal Szerp geht es nur bedingt um Bibliotheken oder Literatur, es geht um vieles und scheinbar um manches was ich nicht verstanden habe. Es geht um Liebe in vielen Facetten, aber wann tut es das in der Literatur nicht?
Am Ende des Buches fiel mir aber besonders ins Auge, wie sehr der Klappentext zwar fast poetisch klingt, aber im Grunde nichts über das Buch sagt. Rein gar nichts außer Worthülsen.

Klappentext:
Mit betont leiser Ironie und hintersinnigem Humor kreisen Antal Szerbs Erzählungen um persönliche Geschichten und historische Figuren, um den siegreichen Alltag und das verbannte Wunder.


Der Band umfasst 14 Geschichten, welche in ihrer Form sehr unterschiedlich sind. So gibt es neben den realistischen Geschichten, mythologische Erzählungen und märchenhaftes. Das Spektrum ist weit und somit für mich kaum in ein paar Worte zu fassen worum es in diesem Buch geht. Das einfachste ist es, wie ich finde, es bei dem was es außen darstellt zu belassen. Es ist eine Sammlung von Geschichten, von denen ein paar miteinander in Verbindung stehen, andere nicht. Es ist thematisch nicht festgelegt, zeigt aber ein breites Spektrum des Autors.

Antal Szerp ist bekannt für seine historischen Romane und den Roman „Reisen im Mondlicht“ den man erst in den letzten Jahren wieder entdeckte. Er hatte Hungarologie, Anglistik und Germanistik studiert, war ein angesehener Literaturprofessor und Schriftsteller der Vorkriegszeit, bis er, weil er Jude war von den Nazis interniert und im KZ Balf von einem Aufseher erschlagen wurde.
Nach dem ich nun „Reise im Mondlicht“ und „In der Bibliothek“ gelesen habe, erscheint es mir, als wäre Szerp ein fast schon typischer ungarischer Schriftsteller seiner Zeit gewesen, da ist etwas unglaublich schwermütiges in seinen Erzählungen, Romantik findet man, aber sie ist immer bitter. Keine der Geschichten endet, wie man es sich vielleicht erhoffen möchte. Nichts ist wirklich schön, auch wenn man es mit schönen Worten und Bildern beschreiben kann. Da ist ein Verfall in allem was ich in diesem Buch gefunden habe, das mich unweigerlich an „Gloomy Sunday“ und die Sinnlosigkeit des Lebens ansich denken lässt. Harte Kost in einem netten Einband...

In den letzten Jahren habe ich immer wieder zu Anthologien und Kurzgeschichtensammlungen einzelner Autoren gegriffen, etwas, dem ich mich noch ein paar Jahre zuvor fast gänzlich verweigerte. Mein jüngeres Ich mochte keine Kurzgeschichten, weil sie nicht lang genug sind um mit dem Charakteren ein Verhältnis aufzubauen. Seit ich etwas älter bin und sich mein Spektrum in der Literatur erweitert hat, mag ich manchmal auch die kürzere Form.
Doch „In der Bibliothek“ ist ein gutes Beispiel von meiner immer noch bestehenden Schwierigkeit mit dieser Form der Prosa.
Da wäre das Problem, das um so kurzer die Geschichte ist, sie nicht unbedingt zu begreifen sind. Das sie manchmal wie Bruchstücke wirken. Dazu fand ich in diesem Band so einiges, und da sich dies alles am Anfang versammelte war ich kurz davor das Buch abzubrechen.
Doch zum Glück besserte es sich mit der Zeit, so das ich mich durchringen konnte am Ball zu bleiben. Szerps Erzählweise nahm auch mal Formen an, die mich begeisterten, da sei vor allem die Geschichte „In der Bibliothek“ genannt und obwohl ich die Erzählform des Märchens nicht wirklich leiden kann, war die Geschichte „Ajándoks Brautstand“ zwar sehr düster, aber sie gefiel mir dennoch sehr gut.
Anderes wiederum weniger, und da kommen wir zum zweiten Problem, das Kurzgeschichten für mich aufwerfen, wie soll ich etwas bewerten das von allem etwas enthält? Zwischen Himmelhochjauchzend und Zutodebetrübt, gelangweilt und ernsthaft genervt enthält dieser Band für mich alles.

Fazit:
Da bleibt nur das Positive gegen das Negative in eine Waagschale zu werfen und am Ende kommt dabei leider immer eine etwas unbefriedigende, relative neutrale Haltung und Wertung heraus.