Mortality - Christopher Hitchens Dies ist ein Buch das man wohl kaum kritisieren kann. Das Buch eines sterbenden Mannes, eines Mannes der in seinem Leben viel Aufsehen erregt und für Diskussionen gesorgt hat. Christopher Hitchens, Autor, Journalist, Kolumnist und einer der lautesten und kontroversesten Atheisten der letzten Jahre verstarb am 15. Dezember 2011 an einer Lungenentzündung und Krebs.
Dies sind seine letzten Aufzeichnungen.

Während Christopher Hitchens auf einer Lesetour für seine Biographie Hitch 22 ist, beginnt er sich unwohl zu fühlen und bricht schließlich zusammen. Die Diagnose ist Speiseröhrenkrebs. Ein vernichtendes Urteil für einen Mann, der mit zwei Beinen so fest im Leben stand und sich nie vor einer Auseinandersetzung scheute...
Aber er bleibt auch krank der, der er immer gewesen ist. Er kämpft und bleibt seinen Ansichten treu. Er liebt das Leben, aber er hütet sich nicht vor Risiken, als Raucher und starker Trinker weiß er, das er nicht das gesündeste Leben gelebt hat und sich nun mit den Konsequenzen auseinander setzen muss. Die Krankheit selbst ist ein weiterer Teil seines Lebens und dieser gilt es nun zu begegnen und so tut er was er immer getan hat, er schreibt darüber...
Und nimmt den Leser ein kleines Stückchen mit auf seinen Weg, in die Gedanken eines Mannes, der so plötzlich mit dem Tod konfrontiert ist. Er spricht über seine eigenen Reaktionen, seine Ängste, nimmt die Stadien der Trauer von Kübler-Ross in nähere Betrachtung und lässt uns teilhaben an dem was Menschen anderen Menschen antun, deren Meinung sie nicht teilen und mit wie viel Hingabe sie andere zu ewigem Höllenfeuer verurteilen, während diese versuchen eine tödliche Krankheit zu bekämpfen. Dann mitten drin, bricht das Buch ab...

...so plötzlich, noch ehe es richtig begonnen hat. Der 15. Dezember kam und es blieb seinen Hinterbliebene überlassen aus diesen Seiten seines Nachlasses ein Buch zu verfassen. Das Vorwort von Graydon Carter spricht über die Liebe seiner Freunde, Kollegen und Fans, das Nachwort hat seine Frau verfasst und in ruhigem wenn auch rührendem Ton, die letzten Tage beschrieben.
Eines ist offensichtlich: Christopher hinterlässt ein Loch bei denen, die ihn kannten und liebten, aber auch bei all jenem die seinen Debatten und Kommentaren folgten und seine wütenden, aber pointierten Reden liebten.
Die Nachricht seinen Todes war nicht unerwartet und doch, auch für mich starb die Hoffnung zuletzt. Doch sie starb und es war ein Schlag ins Genick.
Zumindest aber werden all die Menschen, deren Leben von Christopher Hitchens beeinflusst wurde ihn nicht so schnell vergessen. Ein Nachleben ist in diesem Sinne sicherlich möglich und zumindest das hat er erreicht... und das Buch beweist, das er sich bis zum Ende treu geblieben ist.

Cheers to you, Christoper